So Fine

Sound: Paul Divjak | 3 min

So Fine (Filmstill)

So fein, so zerbrechlich sind die Bilder von Paul Divjaks Video, dass sie einem auf der Netzhaut zerrinnen. Neben leisen Andeutungen durchziehen nur lose pulsierende Linien den sachte wabernden Farbfluss – während auf der Tonspur ein sphärisch auf- und absteigender Klang um einen herzrhythmischen Takt gelegt ist. Gerade beginnt man, langsam mitzutreiben, da ist man auch schon unvermittelt in die Welt gestürzt: Der Ton bricht ab, die Farben verebben ins Weiß und aus den informellen Linien werden Worte. [Nina Jaenisch]

So fine, so fragile are the images in Paul Divjak´s video that they melt away on the viewer´s retina. Along with subtle intimations, loose, pulsing lines run through the gently wobbling flow of colours while a cosmic sound ascends and descends, accompanying a rhythm which resembles a heartbeat on the soundtrack. Just when the viewer begins to flow along, he is plunged into the world: The sound stops, the colours fade to white, and the shapeless lines transform into words. [Nina Jaenisch]



Sonnenland

16mm | 16 min

Sonnenland (Filmstill)

Sommer auf dem Schafberg. Sonnenlicht und Kinder im Freien. Behinderte Kinder. Sonnenland, entstanden im Sommer 1998 während meines Zivildienstes bei den Kinderfreunden, ist mehr ein Film mit ihnen als ein Film über sie. Was im Rahmen der Interaktion zwischen Filmemacher (Kamera) und den Kindern spürbar wird, ist Befremden und Vertrautheit, Mißtrauen, ebenso wie Neugierde und Freude. Jenseits gewohnter Mitleidseffekte wird das Themenfeld ‘Behinderung’ und die Frage nach ihrer – gesellschaftlich instrumentalisierten – Abbildung etabliert. Was Sonnenland zeigt, sind keine geschönten Bilder, sondern ungewohnte. Bilder, die Momente eines Sommers, Augenblicke im Leben von Kindern verhandeln. — mehr —


I remember 1 & 2

Sound: Werner Möbius | 2 x 3:55 min

Mit Erinnerung zwischen Diffusion und Signifikanz spielen Divjaks Clips versiert: Der erste zeigt eine verwischte Drehbewegung zu Werner Möbius moduliertem Loop von Klavier-Intro und Eröffnungszeile von Barry Manilows “Mandy”: “I remember all my life”. Der zweite montiert zur selben Musik unscharfe Zeitlupenbilder von Menschen, an die sich offenbar Divjak erinnert. Der Home-Movie-Aspekt, sentimentale Revue von Alltagsmienen und -gesten, junge Menschen beiderlei Geschlechts, verbindet sich innig mit der Melancholie und dem intensiven Präsent-Werden, die einem alten Lied, noch dazu “Mandy”, noch dazu als gelooptem Sample (Sampling ist taktische Objektivierung von Gedächtnisleistungen!) anhaften (…). [Drehli Robnik/SKUG] — mehr —


breakfast at rhiz

Sound: b. fleischmann | 6 min

breakfast at rhiz - film-still

Zwei Einstellungen: Die erste zeigt, indem sie ruckartig aufzoomt, ein sprechendes, handelndes, blickendes Subjekt, das den technologischen Apparat medizinischer Forschung auf ein kleines Stueck Fleisch richtet. Die zweite zeigt in einem fuenf Minuten langen, kaum merklichen, mitunter auch ruckartigen Zoom etwas Rotes, von dem man annehmen kann, dass es dieses Stueck Fleisch ist. Schon der streng frisierte Chirurg, der in eine Gegensprechanlage und dann mit sich selbst Schwedisch redet, bevor er das Fleisch seziert, mutet merkwuerdig an (zumal in der Gestauchtheit des “gefaelschten” Widescreen-Bildes). Das Fremde allerdings, an dem er – Mad Scientist nach Art von alten B-Filmen, von Cronenberg oder der Kopenhagener “Kingdom”-Klinik – hantiert (oder auch nicht), ist erst recht raetselhaft.
— mehr —


Die letzten Bilder der Nacht

16mm | 4 min

Die letzten Bilder (und Töne) der Nacht waren im Fernsehprogramm des staatlichen österreichischen Rundfunks bis zur Einführung des 24-stündigen Sendebetriebs 1994 zwei ineinander überblendete Aufnahmen der zu den Klängen der Bundeshymne im Wind flatternden Landesflagge (samt Bundesadler). Diesen allnächtlich wiederholten “Clip” zeigt der Film von Paul Divjak, wiederholt ihn als etwas anderes.

— mehr —